Querschnitt aus der  Naturschutzarbeit

der Schwiegershäuser Aktiven im NABU

 

1.  Betreuung der NABU – Grundstücke

 

Orchideenwiesen     Entnahme von einzelnen Bäumen und Sträuchern, alle zwei Jahre mähen und abtragen. 
Seit 2001 übernimmt der Landkreis keine Mäharbeiten mehr.

Erlenbruchwald        Sicherheitsschnitt zur Landesstraße, Erhöhung des Tot-

a.d. Meilerstelle         holzanteils auf 15% durch Herausnahme von Pappeln.

 

Feuchtwiesen mit       Mähen und teilweise abtragen, Kopfweiden im 3-Jahres-
hohem Schilfanteil      Rhythmus schneiteln.

Rosental                      Wieder eingefunden haben sich Ringelnatter und Rohrweihe.

Streuobstwiesen mit   Pflanzung und Pflege der Wiesen, Hecken und Bäume

Heckenrand-

bepflanzung

Amphibiengewässer   Grenzsicherung mit Eichenspaltpfählen zum Ackerland,

Rosental                      Gewässerrandstreifen, Pflege zum Schutz vor Über-düngung, Schnitt von Schilf und Erlen (fünf Ersatzlaichgewässer)

Heckengrundstück             Restpflanzung, Pflege und Schutz

Schnurbusch               Erhalt des alten Obstbaumbestandes, Neupflanzung

Streuobstwiese Bäume und Hecke (Benjeshecke), Bewirtschaftung der

Kokusholz                   Wiesenflächen.

                                

2. Nisthilfen                  Betreuung und teilweise Bau von ca. 120 Kästen u. a. für Fledermäuse, Hornissen, Gebirgsstelze, Steinkauz, Schleiereule; Pflege verletzter Vögel in Einzelfällen.

Mit Erfolg wurde in den letzten Jahren etwas getan für Steinkauz und Schleiereule im Dorf, Nachbarorten und der Feldmark.

Ein Steinkauzpaar wurde in diesem Jahr erstmals im Rosental beobachtet und die Schleiereule brütete im Jahr 2000 erstmals nach 35 Jahren wieder am Dorfrand; im Jahr 2001 eine, vielleicht auch eine zweite sehr erfolgreiche Brut in der Sporthallenstrasse. Die Eulen lösten bei den Anwohnern eine regelrechte Begeisterungswelle aus. Damit die Schleiereule, die keine großen Fettreserven speichern kann, Wintertage mit geschlossener Schneedecke überlebt, bitten wir um Verständnis bei Hausbesitzern und besonders bei Landwirten; der Eule über eine „Uhlenflucht“, einen fehlenden Ziegel, Luke o. ä. eine Chance zum Mäuse-fangen im Haus zu geben. Die Schleiereule braucht lebende Beute.

 

3. Amphibienschutz Betreuung von zwei Streckenabschnitten, Betreuung der Krötenzäune im Rosenthal (Kreisstraße K19) zwischen Schwiegershausen und Dorste und am Rötzel (Lan-desstraße L523) zwischen Osterode und Schwie-gershausen; größtes Vorkommen im Landkreis Osterode (bis 2.000 Tiere) – Erdkröte, Grasfrosch, Teich-/ Fadenmolch, Bergmolch, Kammmolch. Umsiedlung in Ersatzlaichgewässer.

                                    Am Rötzel wurde 2001 kein Zaun mehr aufgestellt, da sich die Krötenzahlen von über 600 auf 80 reduziert haben, wahrscheinlich eine Folge der verbesserten Lebens- und Überwinterungsbedingungen rund um die Bundeswehrteiche hinter Beierfelde.

Im Rosental ging die Zahl der Amphibien nach der Anlage der Ersatzlaichgewässer 1989 jährlich zurück von ca. 2000 Tieren auf 330, stieg in den letzten fünf Jahren durch zwei nicht mehr bewirtschaftete „Wenselteiche“ auf der linken Straßenseite aber wieder auf bisher 1.600 Tiere an.

In  Zusammenarbeit mit dem Amt für Agrarstruktur, den Anliegern, dem Straßenbauamt, Landkreis und dem Landesamt für Ökologie soll ein Dauerzaun errichtet werden um die Populationen links und rechts der Straße dauerhaft voneinander zu trennen, die Tiere zu retten und auch den Straßenverkehr an dieser Stelle sicherer zu machen.

Da wir auch Eigenleistungen erbringen müssen, damit das Geld ausreicht, hoffen wir auf eine rege Mitarbeit unserer Mitglieder.

 

4. Jugend und Natur Ferienpassaktionen, z. B. „Walderlebnistag“, 
„Fledermäusen auf der Spur",
Großer Lauschangriff auf die hochfrequenten Fledermäuse mit W. Rackow
Botanische Wanderungen, Pflanz-aktionen, u. a. Konfirmandenbäume, Kröten sammeln (Krötentaxi) und Information mit Schulklassen, Kinder-gottesdienstkindern, Landjugend.

                                     

 

 

5. Ornithologische            Beobachtung, Erfassung und Schutz bedrohter und

    Wanderungen            seltener Vogelarten, z. B. Rotmilan. Von weltweit 10.000

                                    Brutpaaren brüten fünf rund um unser Dorf.

6. Kopfweidenpflege            Schneiteln von über 50 Bäumen

7. Gewässerrand-             Sicherung und Anpflanzungen

    streifen

                                     

8. Quellensicherung             Freilegen und Anlage von Schutzzäunen

                                    

9. Hegebusch /             Auf den Grundstücken der Windenenergie Schwiegers-

   Schaugarten            hausen GbRmbH entstanden vier Anpflanzungen mit allen heimischen Straucharten Südniedersachsens, mit Ausnahme der Stechpalme und Berberitze.

10. Heimische              - werden selbst gezogen, über Saat, Stecklinge und

     Sträucher               Wurzelausläufer vermehrt, an Interessenten abgegeben oder an geeigneter Stelle in Absprache gepflanzt (34 Straucharten, Bäume II. Ordnung in zehn, Bäume I. Ordnung in acht Sorten. Spenden hieraus für verschiedene Naturschutzprojekte eingesetzt.

11. Baumreihen,   - werden gepflanzt und gepflegt – besonders auch alte

Einzelbäume Bäume an Feldmarks- und Kommunalwegen.

12. Streuobstwiesen/       Für 152 Obstgartenbesitzer im Dorf und 42 Streuobst-

      Hecken                  wiesenbesitzer in der Feldmark haben wir die Beratung,

Bestellung der Hochstämme und Heckengehölze (Randbepflanzung) und teilweise die Pflanzung und Betreuung übernommen. 6 km Hecken entstanden so auf Privatbesitz. Die Initiative läuft seit 1989, in den letzen vier Jahren intensiv in sehr guter Zusammenarbeit mit dem Amt für Agrarstruktur und den Landwirten – Flurbereinigung als Flurbereicherung. 

 13. Biotop-                  Im Rahmen der Flurbereinigung Schwiegershausen

       Vernetzung             bepflanzten NABU-Mitglieder und andere engagierte

Schwiegershäuser Bürger ausgewiesene Flächen, um eine möglichst optimale Vernetzung zu erreichen. Die

Schwiegershäuser Arbeitsgruppe im NABU Osterode bepflanzte und betreut Baumreihen, drei Feldgehölze, zwei Niederwildbiotope und fünf Hecken. Weitere Feldgehölze und Hecken wurden zusammen mit Landwirten und der Jägerschaft angelegt, mit denen es eine gute Zusammenarbeit gab. Uralte Obstsorten werden vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt. Mit dem in 1995 begonnenen Projekt wird im Rahmen der Flurbereinigung zudem die größte regionale Biotop-vernetzungsmaßnahme in der Bundesrepublik realisiert, wie das Amt für Agrarstruktur in Göttingen mitteilte.

Ist das Projekt abgeschlossen, wird die Feldmark Schwiegershausen über 20,5 ha Streuobstwiesen und Feldgehölze, 7,3 km Hecken plus 6 km auf Privateigen-tum, 4,7 km Baumreihen und ausgeprägte Gewässer-randstreifen verfügen. 2.000 Obstbaum-Hochstämme wurden seit Projektbeginn angepflanzt. Zu hoffen ist, dass Tierarten wie dem Feldhasen, Steinkauz, Wiedehopf und Wendehals hierdurch eine attraktive Heimat geboten werden kann.

 

Weitere Informationen im Internet unter: www.Schwiegershausen.de

 

Hans – Jörg Kohlstruck

Reiner Deichmann